{"id":31,"date":"2020-01-12T16:50:51","date_gmt":"2020-01-12T16:50:51","guid":{"rendered":"https:\/\/www.basale-stimulation.info\/?page_id=31"},"modified":"2020-01-13T06:04:45","modified_gmt":"2020-01-13T06:04:45","slug":"uber-den-workshop","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.buehnen-praesenz.de\/index.php\/uber-den-workshop\/","title":{"rendered":"\u00dcber den Workshop"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Was wird f\u00fcr den Workshop ben\u00f6tigt?<\/h2>\n\n\n\n<p>Wir brauchen vor allem einen gro\u00dfen(!) freien Raum. Ideal w\u00e4re \nzus\u00e4tzlich eine B\u00fchne, das muss aber nicht sein. Der Chor sollte \nmindestens 4 St\u00fccke auswendig singen k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Wie l\u00e4uft so etwas ab?<\/h2>\n\n\n\n<p>Typischerweise findet ein Workshop an einem Samstag oder Sonntag \nstatt und dauert von morgens bis in den Nachmittag\/Abend. Idealerweise \ntreffen sich Chor und Chorleiter etwas fr\u00fcher und der Chor singt sich \nwarm. Dann komme ich um z.B. 10 Uhr dazu, lasse mir ein oder zwei St\u00fccke\n vorsingen und dann geht es los\u2026<\/p>\n\n\n\n<p>Normalerweise fange ich mit allgemeinen \u00dcbungen und Spielen an und \narbeite dann im Laufe des Tages an den einzelnen St\u00fccken. Der Chorleiter\n \u2013 falls vorhanden \u2013 ist dabei immer mit dabei. Mittags wird eine Pause \ngemacht und so etwa alle 90 Minuten gibt es eine Unterbrechung um einen \nKaffee zu trinken.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Was wird in einem Workshop gemacht?<\/h2>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Spiele zum Wach- und Lockerwerden<\/li><li>Allgemeine \u00dcbungen zum Gehen, Stehen und Blicken.<\/li><li>\u00dcbungen zum Auftreten und Abtreten<\/li><li>\u00dcbungen zum Applaus entgegennehmen<\/li><li>Gestikulieren<\/li><li>Wege auf der B\u00fchne<\/li><li>Gemeinsames spontanes Agieren auf der B\u00fchne<\/li><li>Techniken um Choreographien zu entwickeln<\/li><li>Den Fokus des Publikums lenken<\/li><li>Wechselspiel: Musik, Moderation<\/li><\/ul>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Ziele<\/h2>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Auftritt<\/h3>\n\n\n\n<p>Ich w\u00fcnsche mir, dass ein Ensemble in einer Weise die B\u00fchne  betritt, die den Eindruck erweckt, dass sich die S\u00e4nger auf den  Auftritt FREUEN. Das sollte sich in den Gesichtern und auch in der  GESCHWINDIGKEIT und ENERGIE zeigen, mit der die Leute auftreten.<br>Manchmal sieht es mehr so aus, als ginge es zu einer Hinrichtung.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Aufstellung<\/h3>\n\n\n\n<p>Es gibt viele gute M\u00f6glichkeiten, einen Chor auf einer B\u00fchne  aufzustellen. Schlecht ist nur, wenn erkennbar ist, dass eine bestimmte  Aufstellung angestrebt, aber nicht erreicht wird. Wenn der Chor sich zum  Beispiel zentral in die Mitte der B\u00fchne stellen will, sollte er auch  genau dort landen. Wenn der Chor zweireihig steht, sollten es auch  wirklich \u00fcberall zwei Reihen sein. Wenn der Chor einen \u201ewilden Haufen\u201c  bildet (finde ich oft gut!), sollte nicht irgendwo ein ordentliche Reihe  entstehen. Die Aufstellung bei manchen St\u00fccken zu \u00e4ndern, ist eine sehr  einfache aber effektive M\u00f6glichkeit, ein interessantes und  abwechslungsreiches Bild abzugeben. <\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Abtritt<\/h3>\n\n\n\n<p>Beim Abtreten m\u00f6chte ich keine \u201eErleichterung, dass es  vorbei ist\u201c wahrnehmen. Jeder S\u00e4nger bleibt so lange stehen, bis er  z\u00fcgig \u2013 ohne von anderen blockiert zu werden \u2013 abgehen kann.<br>So lange steht er da und FREUT sich, dass er noch da ist.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Anfang<\/h3>\n\n\n\n<p>Idealerweise h\u00f6rt das Publikum auf zu klatschen, weil die \nChorleitung signalisiert: \u201eWir wollen anfangen\u201c. D.h. es muss zackig \ngehen. Langes T\u00f6ne-Geben ist kontraproduktiv, aber nat\u00fcrlich manchmal \nn\u00f6tig. Wenn m\u00f6glich sollte der Schwung des Auftritts in die erste Nummer\n \u00fcberf\u00fchrt werden.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Blick<\/h3>\n\n\n\n<p>Viele S\u00e4nger kleben mit ihrem Blick am Chorleiter. Andere  haben gar keine klare Richtung im Blick. Ich m\u00f6chte das Gef\u00fchl  bekommen, dass jeder einzelne S\u00e4nger sich an das Publikum wendet. Das  geht, indem sich jeder S\u00e4nger VOR jeder Aussage ein Ziel im Publikum  oder dahinter sucht, an das er sich richtet. Das kann AUCH MAL der  Chorleiter sein, aber bitte nicht immer. Das Ziel muss kein Gesicht  sein, das ist schwierig. Leichter ist eine Lehne, eine Schulter, ein  Notausgangs-Schild. Diesem Ziel muss die Aussage VERKAUFT werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Vor einer Aussage muss die Aufmerksamkeit des Ziels eingefordert werden.  \u201eHey! Ich m\u00f6chte Dir etwas sagen!\u201c muss sich in einer \u00c4nderung der  K\u00f6rperspannung und -Haltung zeigen. VOR(!) JEDER(!) Aussage.<br>Das Ziel kann unter dem Horizont (im Publikum), im Horizont oder \u00fcber  dem Horizont liegen. Das ergibt jeweils einen anderen Eindruck und  sollte bewusst eingesetzt werden. Jeder S\u00e4nger muss sich zu jeder Zeit  dar\u00fcber im klaren sein,\u00a0 wohin er sich mit seinem Blick richtet. <\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Bewegung im Chor.<\/h3>\n\n\n\n<p>\nEs braucht f\u00fcr eine gute Pr\u00e4sentation KEINE Bewegung \nausser den winzigen Bewegungen, mit denen man Aufmerksamkeit einfordert \n(s.o.). Gr\u00f6\u00dfere Bewegungen wie Gestik, Schritte, etc. sind \nprobenaufwendig und sollten sparsam eingesetzt werden.\nSynchrone Aktionen, bei denen einer oder mehrere patzen, \nsind schlechter als keine Bewegung. Also: Synchrone Aktionen nur dann, \nwenn sie 100% sicher sitzen.<br>\nFalls man Bewegungen einsetzt: Jede Aktion ben\u00f6tigt einen klaren Start \nund ein klares Ende. Beides muss rhythmisch auf die Musik angepasst \nwerden. Wann eine Bewegung (z.B. ein Geste) startet und endet muss durch\n Impulse klargemacht werden, damit diese Rhythmisierung deutlich wird.<br>\nWichtig ist, dass Bewegungen (z.B. G\u00e4nge oder Schritte) nicht zu Lasten \nder Stabilit\u00e4t im Blick f\u00fchren. Bei G\u00e4ngen gilt z.B. die Regel \u201eGucken \ngehen stehen\u201c, d.h. bevor ich losgehe suche ich mir einen Fokus auf den \nich den Blick richte, dann&nbsp; gehe ich w\u00e4hrend ich den Blick halte und \nkomme am Ziel an. DANACH suche ich mir einen neuen Fokus.<br>\nIch pers\u00f6nlich mag keine 1:1-Gestik. Also: Wenn man \u00fcber die ganze Welt \nsingt, bitte keinen gro\u00dfen Kreis mit den H\u00e4nden formen, oder bei einer \n\u201efinde ich gut\u201c-Aussage bitte keinen Daumen hoch. Ich finde das platt, \naber das ist nur meine Meinung. Eine Aussage \u00fcber die ganze Welt sollte \nsich lieber in einer Blickrichtung zum oder \u00fcber den Horizont \nwiderspiegeln und eine \u201efinde ich gut\u201c-Aussage in entsprechender Mimik.\n\n<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Ende von St\u00fccken<\/h3>\n\n\n\n<p>Am Ende eines St\u00fcckes muss die Spannung gehalten werden. \nIdealerweise bis in den Applaus des Publikums hinein. D.h. warten, bis \ndie Leute anfangen zu klatschen, dann noch mindestens 1 Sekunde l\u00e4nger \nwarten bevor die Spannung mit einem Impuls GEMEINSAM<br>\ngel\u00f6st wird. DANACH ist es sehr wichtig, sich \u00fcber den Applaus erkennbar\n zu FREUEN. Wenn f\u00fcr das n\u00e4chste St\u00fcck eine neue Aufstellung eingenommen\n werden muss, darf das nicht sofort nach dem L\u00f6sen der Spannung \ngeschehen. Erst muss sich GEFREUT werden. L\u00c4CHELN!<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Chorleiter<\/h3>\n\n\n\n<p>\nDer Chorleiter ist f\u00fcr die B\u00fchnenpr\u00e4senz ein Problem. Er \nsteht mit dem R\u00fccken zum Publikum und zieht die Aufmerksamkeit der \nS\u00e4nger auf sich. Manchmal zieht er sogar durch extrovertierte Bewegungen\n die Aufmerksamkeit des Publikums auf sich. Dann leidet<br>\ndie Kommunikation zwischen Chor und Publikum. Also: liebe Chorleiter, am\n besten werdet Ihr f\u00fcr das Publikum unsichtbar oder zumindest \nunauff\u00e4llig.\n<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Fokus-Wechsel<\/h3>\n\n\n\n<p>\nDie Aufmerksamkeit des Publikums sollte rechtzeitig \ndorthin gelenkt werden, wo als n\u00e4chstes etwas spannendes passiert. Wenn \nz.B. ein Solist etwas singt, m\u00f6chte ich zuerst erkennen, dass der Solist\n gleich etwas bringt. Dann darf es ruhig ein bisschen spannend gemacht \nwerden, bevor der Solist dann wirklich etwas singt. Also bitte nicht \nerst mit dem Einsatz (z.B. durch Vorgehen) die Aufmerksamkeit fordern, \nsondern VORHER!<br>\nSolist positioniert sich, Publikum erkennt: \u201eAha, da kommt gleich was\u2026\u201c,\n 2 Sekunden Spannung, Einsatz. Es darf auch ruhig mal um den Fokus \ngerungen werden, wenn mehrere Dinge zugleich passieren.\n<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Allgemeines<\/h3>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Das wichtigste ist, dass man das Gef\u00fchl bekommt, den  S\u00e4ngern auf der B\u00fchne macht es Spa\u00df, dort zu sein und zu singen. Auch  wichtig ist, dass man kein Scheitern wahrnimmt.<\/li><li>Habt Spa\u00df und zeigt es, oder tut zumindest so, als h\u00e4ttet ihr Spa\u00df.<\/li><li>Zieht alles durch. Niemals zu etwas ansetzen und es nicht durchf\u00fchren. Z.B. niemals auftreten (sichtbar werden) und dann nicht kommen. Wer zu einer falschen Geste ansetzt sollte sie selbstbewusst durchf\u00fchren.<\/li><li>\u00c4rgert euch nicht \u00fcber eigene Fehler. \u00c4rgert euch erst recht nicht \u00fcber Fehler von Mits\u00e4ngern. Nehmt offensichtliche Fehler erkennbar mit Humor. <\/li><\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Was wird f\u00fcr den Workshop ben\u00f6tigt? Wir brauchen vor allem einen gro\u00dfen(!) freien Raum. Ideal w\u00e4re zus\u00e4tzlich eine B\u00fchne, das muss aber nicht sein. Der Chor sollte mindestens 4 St\u00fccke auswendig singen k\u00f6nnen. Wie l\u00e4uft so etwas ab? 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